Nini, Patrick: Speech Pad. Warum gut präsentieren heute anders geht …

Nini, Patrick: Speech Pad®. Warum gut präsentieren heute anders geht … und wie Sie es lernen und anwenden können. – Offenbach: GABAL, 2017. – ISBN 978-3-86936-754-5 

Wer kennt sie nicht – die langweilen PowerPoint-Schlachten, bei denen die ZuhörerIn nicht nur mit viel Text auf den Folien zugeworfen wird, sondern auch noch erdulden muss, dass die ReferentIn ihren Vortrag von den Folien (mehr oder weniger) abliest.

Das geht anders – und man kann es lernen, verspricht Patrick Nini. Er präsentiert in diesem Titel seine Methode, einen Vortrag zu erarbeiten, zu planen und vorzubereiten. Nach einem kurzen Streifzug durch die Grundlagen der Rhetorik stellt Nini das Konzept seines SpeechPads® vor. Aufgeteilt in die 3 Teile „Inhalt aufbereiten“, „Präsentation erstellen“ und „Präsentation vorbereiten“ führt er die LeserIn Schritt für Schritt durch die einzelnen Stationen – bis zum Vortrag der erarbeiteten Präsentation.

Teil 1 „Inhalte aufbereiten“ bildet die Grundlage zur Vorbereitung eines Vortrags. Man muss sein Publikum kennen(lernen), muss herausfinden, welche Sichtweisen, Erwartungshaltungen und Werte im Publikum überwiegen. Nur dann wird es gelingen, die ZuhörerInnen abzuholen und für den eigenen Vortrag zu begeistern. Dabei spielen Emotionen, Geschichten, Glaubwürdigkeit und Authentizität eine große Rolle.

Teil 2 „Präsentation erstellen“ enthält die eigentliche Arbeit am Vortrag selbst. Ausgehend vom Titel der Präsentation und der zur Verfügung stehenden Zeit wird die Struktur des Vortrages festgelegt. Erst dann geht es um die konkreten Themen und Inhalte, Körpersprache und Bühnenshow und visuelle Hilfsmittel.

Teil 3 „Präsentation vorbereiten“ schließlich führt die LeserIn mit vielen Tipps, Hilfestellungen und Checklisten über eine wochenlange Vorbereitung bis hin zum Tag des Vortrags.

Der Titel ist sehr ansprechend aufgemacht, reichlich mit Grafiken aufgelockert und enthält ein herausnehmbares Lernplakat, auf dem die einzelnen Teile und Schritte übersichtlich dargestellt werden. Einzelne Aufgaben, Übungen und Checklisten machen den Titel nicht nur zu einem Lese- sondern auch Übungsbuch. Im Anhang finden sich nützliche Dokumente  und Vorlagen, die auch auf der Homepage des Autors heruntergeladen werden können.

Mit all‘ diesen Tipps und Hinweisen sollten PowerPoint-Schlachten nun endgültig der Vergangenheit angehören. Ich freue mich in Zukunft auf gute, neue und erfrischende Vorträge.

Hier könnt Ihr das Buch direkt bei Amazon bestellen:
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Forsa-Studie stellt fest: Jüngere Internetnutzer sind medienkritischer als ältere!

Älteren Internetnutzern fällt es schwerer, Fakes zu erkennen – Sind jüngere Internetnutzer medienkritischer?

Diese Ergebnisse einer Studie stelle die Landesanstalt für Medien NRW auf der Basis von 1.011 Befragten in einer Online-Befragung (Forsa-Umfrage im Mai 2017) zusammen:

„Mit steigendem Alter fühlen sich Internetnutzer zunehmend von FakeNews überfordert.“
Dieser Aussage stimmten
13 % der 14-24-jährigen,
39 % der 25-44-jährigen,
43 % der 45-59-jährigen und
47 % der über 60-jährigen zu.

59 % der Befragten sind schon auf Fakes aufmerksam geworden

Davon haben
45 % die dargestellten Fakten und Sachverhalte überprüft
14 % den Absender/ Autor überprüft
14 % das Impressum geprüft
12 % die URL/ den Link der Quelle überprüft
6 % Fotos und Videos überprüft

„Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil derjenigen ab, die dargestellte Fakten bzw. Sachverhalte überprüfen, um Fake News zu identifizieren.“ (Zitat S. 5 Ergebnisbericht http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/user_upload/Ergebnisbericht_Fake_News.pdf)

Sind Frauen aus Westdeutschland medienkritischer?
7 % der Westdeutschen, aber 17 % der Ostdeutschen
bzw. 5 % der befragten Frauen und 12 % der befragten Männer
halten FakeNews für eine freie Meinungsäußerung.

LfM-Direktor Tobias Schmid stellt auf der Seite der LfM fest: „So erfreulich es ist, dass jüngere Nutzer offenbar deutlich informationskompetenter sind, so beunruhigend ist das zunehmende Auseinanderdriften in der Gesellschaft. Wir müssen deshalb Erwachsene in ihrer Rolle als Mediennutzer noch stärker als bisher qualifizieren. Unser Ziel bleibt, alle Menschen medienkompetent zu machen. Wenn das nicht gelingt, droht eine weitere digitale Spaltung der Gesellschaft.“
(Link zum Zitat: http://www.lfm-nrw.de/service/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2017/2017/juni/neue-lfm-studie-zu-fake-news-mehr-als-die-haelfte-der-onlinenutzer-hat-erfahrung-damit.html )

Eine Antwort auf meine Rückfrage an die Landesanstalt für Medien steht noch aus. Sollte sich diese Studie tatsächlich als repräsentativ erweisen, wären diese Ergebnisse ein deutliches Zeichen, dass wir die Jugendlichen in ihrer medienkritischen Einstellung erfreulicher Weise unterschätzt haben.

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Neues Fortbildungsangebot: Offene Bildungsressourcen (OER) in öffentlichen Bibliotheken

„Open Educational Resources (OER) – Ein Thema für öffentliche Bibliotheken? – Offene Bildungsressourcen als Chance für Bibliotheken!

OER Logo von Michael Reschke (self-made, following OERCommons.org’s example), Public domain, via Wikimedia Commons

Zielgruppe:
Bibliothekare und Bibliothekarinnen, alle Bildungsinteressierten

Seminarbeschreibung:
Offene Bildungsressourcen – Open Educational Resources – kurz: OER. Zurzeit wird viel über die „Verfreiheitlichung“ von Bildung diskutiert. Wissen und Bildung soll allen Menschen frei zu Verfügung stehen. Mit der Idee der Entwicklung und Verbreitung offener Bildungsressourcen ist eine Bewegung entstanden, die inzwischen deutlich über den Bereich der Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte hinaus Bedeutung erlangt hat.
Aber was ist das genau? Was sind OER? Wie sind die freien Lizenzen (Creative Commons) aufgebaut?
In diesem Seminar werden die Grundlagen des Themas OER und der Creative Commons vorgestellt und gezeigt, wie man OER im Internet finden kann.
Es wird ein Überblick über die Entwicklung eigener offener Bildungsressourcen vermittelt und anhand von Beispielen gezeigt, wie diese selbst produziert werden können. In einer Kreativwerkstatt werden gemeinsam Modelle entwickelt, wie OER in den Angeboten der Bibliotheken eingesetzt werden können.
Zum Abschluss wird diskutiert, welche Rolle OER in öffentlichen Bibliotheken spielen können, was die Bibliotheken dafür benötigen und welchen Nutzen sie in Zukunft bringen können.

Seminarziele:
Die TeilnehmerInnen…
– lernen Grundbegriffe des Themas kennen (z.B. OER, Creative Commons)
– erfahren, wie nach OER im Internet gesucht werden kann.
– haben einen Überblick über die Produktionsbedingungen von OER.
– können OER in die Angebote der Bibliothek einbinden.
– können die Bedeutung von OER für die Zukunft der Bibliotheken einschätzen.

Zeitinvestition:
Teilnehmeranzahl 1-tägig, ergänzt durch anschließendes Webinar
entsprechend den vorhandenen Internetplätzen

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10 Jahre Langzeitstudie über Berliner Schulbibliotheken

(Zusammenfassung des Artikels von Karsten Schuldt aus LIBREAS #31)

Im Rahmen seiner Magisterarbeit hatte Karsten Schuldt bereits 2006 die Berliner Schulbibliotheken untersucht. 2008 begann er ein Projekt, in dem er über 10 Jahre hinweg kontinuierlich Daten über Schulbibliotheken sammeln und auswerten wollte. Ziel war es, die Entwicklung dokumentieren zu können und Aussagen darüber machen zu können, warum Schulbibliotheken eingerichtet werde und warum sie geschlossen werden. Grundsätzlich zeigen laut Karsten Schuldt die Daten, dass Schulbibliotheken sich sehr eng an den Kontext in ihrer jeweiligen Schule anlehnen und damit – im Verglich zum übrigen öffentlichen Bibliothekswesen – ein gewisses Eigenleben führen.[i] Um die Daten für diese Studie zu erheben, wurde eine kontinuierliche Schulbibliotheksstatistik im Zeitraum 2008-2017 erhoben. Dazu wurden aber keine Umfragen an die Schulen gerichtet, sondern die Homepages der Schulen untersucht und die Selbstdarstellungen der Schulbibliotheken herangezogen.[ii] Karsten Schuldt vermutet, dass „Schulbibliotheken, die eine Rolle im Schulalltag spielen, auf diesen Homepages genau deshalb dargestellt werden. Sind sie nur existent, ohne eine Rolle im Schulalltag zu spielen, werden sie wohl auch nicht nach aussen präsentiert.“[iii]

These 1: Schulen mit Schulbibliotheken werden in Berlin auch in Zukunft in der Minderheit bleiben.

These 2: In Bezug auf Schulbibliotheken bleiben die Gymnasien den anderen Schulen mit Sekundarstufen gegenüber überausgestattet.

Die bisherigen Untersuchungen aus 2006 haben gezeigt, dass deutlich mehr Gymnasien mit Schulbibliotheken ausgestattet sind, als Gesamt-, Haupt- oder Realschulen. Aber selbst nur 24,6 % der Gymnasien hatten bei der Umfrage Schulbibliotheken angegeben. Damit waren die Schulen mit Schulbibliotheken deutlich in der Minderheit. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich hier nicht um ein zufälliges Ergebnis handelt, sondern dass es dafür strukturelle Gründe gibt und das Ergebnis reproduzierbar sein wird.[iv]

Ergebnis: Wenn die Minderheit bei weniger als 50% angesiedelt wird, bestätigt sich diese These. 17,40 % der Schulen haben 2008 Schulbibliotheken, 2017 sind es 35,9 % – aber damit nach wie vor in der Minderheit aller Schulen. Dabei haben 2008 19,7 % und 2017 38,4 % der Gymnasien eine Schulbibliothek. [v] Wobei nach Schuldt ein gewisser Sättigungsgrad bei den Neugründungen von Schulbibliotheken insgesamt der Fall zu erkennen ist.

These 3: Die Schulstrukturreform wird kurzfristig zu einem Anstieg der Zahl von Schulbibliotheken führen, die mittelfristig wieder auf das Niveau vor der Reform sinken wird.

These 3a: Dies wird insbesondere für die neu geschaffene Schulform Integrierte Sekundarschule gelten.

Massive Veränderungen in der Berliner Schullandschaft in den vergangenen Jahren könnten zu einer Zunahme der Neugründungen von Schulbibliotheken führen. Trotzdem bleibt zu erwarten, dass die Gymnasien deutlich überrepräsentiert bleiben werden.

Ergebnis: „Zwischen 2008 und 2012 hat sich die Zahl der Schulen mit Schulbibliotheken in Berlin massiv erhöht. […] Allerdings ist die Zahl seitdem nicht mehr massiv gesunken, sondern verblieb auf diesem Niveau von ungefähr einem Drittel der Schulen.“[vi]

These 4: Die Bibliotheken in Schulen werden weiterhin hauptsächlich als „Lesebibliotheken“ verstanden und genutzt.

Seit den 70er Jahren werden Schulbibliotheken als multifunktionale Räume mit unterschiedlichsten Aufgaben beschrieben. Die Schulbibliotheken aber, die 2006 eine professionelle bibliothekarische Betreuung hatten, wurden vorrangig als Ort der Leseförderung verstanden.[vii]

Ergebnis: Bezogen auf die 2010 erstellten Modelle (Schulbibliotheken 1. als Ort des guten Unterrichts, 2. als Lese-Lern-Raum, 3. als Offene Lernräume, 4. als schulfreie Räume in Schulen und 5. als kleine Stadtteilbibliotheken) gleichen die Ergebnisse denen aus 2006. „Schulen orientieren sich nicht an bibliothekarischen Modellen […] sondern verstehen Schulbibliotheken vor allem als Orte des Lesens, des freien Lernens und der Freizeitgestaltung.“[viii]

These 5: Der Großteil der Schulbibliotheken in Berlin wird diskontinuierlich betrieben.

Es wurden 2006 kaum Schulen gefunden, die als Zweigstellen von öffentlichen Bibliotheken gelten konnten. Die in der Schulbibliothek Tätigen waren bunt gemischt (von Eltern über Schüler bis hin zu Ehrenamtlichen und Lehrkräften) und die Betreuung der Schulbibliothek oft vom Engagement Einzelner abhängig. Damit waren aber auch die Gründe vielfältig, warum bei MitarbeiterInnen in Schulbibliotheken oftmals eine große Fluktuation herrscht. Diese fehlende Kontinuität macht Schuldt für das ebenfalls fehlende Netzwerk und gemeinsame professionelle Weiterentwicklung von Schulbibliotheken verantwortlich. [ix]

Ergebnis: Eine Schulbibliothek wurde dann als „kontinuierlich betrieben“ bezeichnet, wenn sie mehr als 3 Jahre hintereinander und 2017 noch in Betrieb war. Das traf knapp auf 50 % plus 1 Schulbibliothek der Berliner Schulbibliotheken zu.[x]

These 6: Die neue Literatur zu Schulbibliotheken, die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg sowie die Stelle für schulbibliothekarische Arbeit in Treptow-Köpenik werden sich in einer steigenden Anzahl von Schulbibliotheken in Berlin sowie in Schulbibliotheken, die sich eher am „bibliothekarischen Modell“ orientieren, niederschlagen.

Innerhalb einer relativ kurzen Zeit waren gleich mehrere Fachbücher zum Thema Schulbibliothek erschienen. (vgl. auch https://zwischenseiten.com/2015/01/10/kirmse-renate-schulbibliothek/ + https://zwischenseiten.com/2013/02/12/holderried-lucke-hrsg-handbuch-schulbibliothek/ https://zwischenseiten.com/category/fachliteraturtipps/page/6/ + https://zwischenseiten.com/category/fachliteraturtipps/page/3/ ) 2010 wurde die Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Berlin gegründet, 2012 eine feste Stelle für schulbibliothekarische Arbeit geschaffen. Dies könnte zu einer vermehrten Gründung von Schulbibliotheken führen.

Ergebnis: Es „lässt sich festhalten, dass die Ereignisse keinen sichtbaren Einfluss auf die Zahl der Schulbibliotheken hatten, weder kurz- noch mittelfristig. Einzig die Gründung der Arbeitsgemeinschaft im Jahre 2010 scheint mit dem Anstieg der Zahl von Schulbibliotheken in Verbindung zu stehen.“[xi] Vielleicht haben aber auch die vielen Neugründungen anders herum zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft geführt.

Anregungen für die Diskussion:

In wieweit lassen sich bibliothekarische Gedanken und Strukturen wirklich auf Schulbibliotheken übertragen? Müssen Schulbibliotheken als eigenständige Bibliotheksformen (und nicht als Sonderform der öffentlichen Bibliotheken) gesehen werden, die auch mit anderen Maßstäben betrachtet und gemessen werden müssen? Sehen Schulbibliotheken, die komplett aus der Sichtweise der Schulen gedacht werden, anders aus? Das Interesse der Schulen an Schulbibliotheken ist groß aber die Schulen haben andere Erwartungen und andere Vorstellungen, wie IHRE Schulbibliothek aussehen soll. Und welchen Einfluss und Nutzen haben Schulbibliotheken auf die Lernbiografien der SchülerInnen und auf das schulische Leben?

[i] Schuldt, Karsten: „Vom Werden und Vergehen der Bibliotheken in Berliner Schulen. Die Entwicklung der Schulbibliotheken in Berlin 2008-2017 und Konsequenzen für Forschung und Bibliothekspolitik“ in: Libreas. Libreas Ideas, 31 (2017) Download unter: http://libreas.eu/ausgabe31/inhalt/ abgerufen am 3.8.2017, S. 2
[ii] ebd. S. 7
[iii] ebd. S. 9
[iv] ebd. S. 3
[v] ebd. S. 12
[vi] ebd. S. 18
[vii] ebd. S. 5
[viii] ebd. S. 19
[ix] ebd. S. 6
[x] ebd. S. 20
[xi] ebd. S. 20

Download der Online-Zeitschrift LIBREAS: http://libreas.eu/ausgabe31/inhalt/
Direkt zum Artikel von Karsten Schuldt: http://libreas.eu/ausgabe31/schuldt/master.pdf

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QR-Code-Rallye mit James Bound erhält den Hamburger Innovationspreis Ranganathan 2017!

Hamburger Innovationspreis Ranganathan

Das Projekt „QR-Code-Rallye … gemeinsam mit James Bound in der Bibliothek auf der Jagd nach dem Superschurken“ war für mich von Anfang an ein ganz besonders Projekt. Insofern fühlt es sich auch extrem gut an, dass dieses Projekt nun auch mit dem Hamburger Innovationspreis der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ausgezeichnet worden ist.

Entstanden ist die Idee zu dieser Rallye quasi beim Mittagessen. Es war eine kleine aber überaus kreative Gruppe, mit der ich in der Büchereizentrale Schleswig-Holstein die Fortbildung „eLearning-Elemente“ durchführen durfte. Aus einem kreativen Brainstorming heraus entstand der Gedanke, über QR-Codes virtuelle Inhalte (Filme, Audios usw – eLearning-Elemente eben 😉 ) innerhalb der Bibliothek an die Nutzer zu transportieren. Ursprünglich zur allgemeinen Information für neue Nutzer gedacht, wurde das Konzept bald weitergesponnen und auf bibliothekspädagogische Angebote an SchülerInnen übertragen. Die interaktive Klassenführung mit „virtuell reality“ war geboren.

Die Idee fand Interesse in der Büchereizentrale und ein Prüfauftrag, wie man so etwas umsetzen könnte, brachte die Entwicklung der Rallye ins Rollen.
Am Ende stand ein sehr multi-professionelles Team mit BibliothekarInnen, Studis aus den Fachbereichen Medienproduktion (FH Kiel) und Information (HAW), einer Krimiautorin und engagierten Designerinnen, unterstützt von der Medienanstalt Hamburg/ Schleswig-Holstein.
Herausgekommen ist eine interaktive Klassenführung für SchülerInnen der 5. und 6. Klassen, auf der mittels Smartphones und Handys die Kinder eine Spionagegeschichte mit James Bound erleben dürfen. Dabei „retten“ sie erfolgreich die Bibliothek vor den Verdummungsversuchen des Superschurken „Dr. Drumpf“.

Der überdimensionale Scheck wird mein Büro in der Büchereizentrale schmücken, die 2.000,- € werden voraussichtlich gut in ein kommendes Projekt zum Thema „FakeNews erkennen und unschädlich machen“ investiert.

Ein Video der Medienanstalt berichtet über die Startveranstaltung der QR-Code-Rallye mit James Bound: https://www.scout-magazin.de/projekte-und-informationen/projekt/qr-code-rallye-medienkompetenter-werden-und-die-buecherei-retten-7.html

Weitere Informationen zur QR-Code-Rallye: http://www.bz-sh.de/index.php/dienstleistungen/dienstleistungen-fuer-kindergaerten-und-schulen/qr-code-rallye 
Informationen zum Hamburger Innovationspreis: http://intransformation.hamburg/index.php/hamburger-innovationspreis-ranganathan/

 

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„Die Fakes-Jäger“ – neues Projekt der Büchereizentrale Schleswig-Holstein erregt jetzt schon das Interesse im Netz

In einem sehr informativen Artikel berichtet Achim Fehrenbach über die Möglichkeiten von Bibliotheken, den Kampf gegen Fakes-News zu unterstützen. In einem lebendigen Interview hat er sich bei mir über das neue Projekt der Arbeitsstelle Bibliothek und Schule der Büchereizentrale Schleswig-Holstein informiert.

In seinem Artikel auf goethe.de schreibt er dazu:

„Auf spielerische Weise den Wahrheitsgehalt überprüfen

Jugendliche hinterfragen Internetinhalte durchaus auch selbst, sagt Meckl. Allerdings vor allem dann, wenn es sich um Unpolitisches handelt, zum Beispiel Spaßvideos auf Youtube oder Virenwarnungen für Whatsapp. Bei politischen Themen allerdings gebe es eine „hohe Hörigkeit. Die Kids sagen: Warum soll das nicht stimmen? Das steht doch im Internet.“ Um so wichtiger sei, mit den Jugendlichen über mögliche Gründe für politische Manipulationsversuche zu diskutieren. Und etwa über Social Bots aufzuklären: Programme, die automatisiert Nachrichten über Social Media versenden und so die politische Meinung beeinflussen.

Ein spannendes Projekt entwickelt derzeit auch die Büchereizentrale Schleswig-Holstein (BZSH). Dort entsteht das Planspiel Fakes-Jäger, das ab 2018 in schleswig-holsteinischen Bibliotheken zum Einsatz kommen soll. Auf spielerische Art und Weise lernen Jugendliche ab der 7. Klasse, Internetquellen auf ihre Verlässlichkeit zu untersuchen und Fakes zu erkennen. Sie werden dabei in eine Story eingebunden – als Mitarbeiter einer Detektei, die einen Auftrag von einem Zeitungsverlag erhält. Die Zeitung, die sorgfältig recherchiert, wird in ihrer Existenz durch ein neues, reißerisches Internetportal bedroht. Die Detektive sollen nun herausfinden, ob dieses Portal Fake News verbreitet, damit seinen Betreibern das Handwerk gelegt werden kann.

Der kritische Umgang mit Internet-Informationen

„Wir stellen den Schülerinnen und Schülern dafür verschiedene Werkzeuge zur Verfügung“, sagt Kathrin Reckling-Freitag, die das Projekt leitet. „Zum Beispiel den Quellen-Check und das Lesen zwischen den Zeilen.“ Die Jugendlichen sollen auch in der Bibliothek selbst recherchieren und herausfinden, unter welchen Bedingungen Bücher verlässlicher sind als Internetquellen. Vergleichbare Projekte kann sich Reckling-Freitag auch für ältere Zielgruppen vorstellen: „Es gibt im Moment kaum Wichtigeres, als Jugendliche und Erwachsene für den kritischen Umgang mit Internetinformationen fit zu machen.“ “

Den vollständigen Artikel findet man auf den Seiten des Goethe-Institutes unter https://www.goethe.de/de/kul/bib/21001176.html 

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#Bibtag2017 Welche Qualifikationsanforderungen soll ein „Teaching Librarian“ erfüllen?

Neue Ergebnisse einer Umfrage von Inka Tappenbek, Anke Wittich und Maria Gäde haben auf dem Bibliothekartag für frischen Diskussionsstoff bei der Frage nach den Qualifikationen von BibliothekarInnen gesorgt, die im Bereich Bibliothekspädagogik tätig sind.

Die Ergebnisse wurden auf dem Bibliothekartag 2017 in Frankfurt vorgestellt und später in einem Workshop intensiv diskutiert. Die ausführlichen Ergebnisse können unter https://www.o-bib.de/article/view/2017H1S32-47/5661 in der Open Access-Zeitschrift obib nachgelesen werden.

Grundlage der Umfrage war zum Einen die Untersuchung von Stellenanzeigen in der Mailingliste InetBib. Zum Anderen wurde ein Fragebogen entwickelt, der ebenfalls über InetBib veröffentlicht und beworben wurde. Insgesamt haben sich 384 Personen an der Umfrage beteiligt. Davon 90 % aus wissenschaftlichen Bibliotheken. Aufgeteilt wurde nach 3 verschiedenen Qualifikationsprofilen: FAMI, BA und Re/ MA.

Dies ist auch einer der Punkte, die ich bei dieser sehr sinnvollen und notwendigen Untersuchung bedauere: Der Schwerpunkt lag doch sehr auf dem wissenschaftlichen Bereich (in Forum ÖB wurde z.B. nicht für die Beteiligung an der Umfrage geworben). Ich würde mir eine solche Umfrage mit dem Focus auf öffentliche Bibliotheken wünschen. Es kann vielleicht sogar sinnvoll sein, diese beiden Bereiche getrennt zu betrachten. Da die Bandbreite der Altersstufen, die in öffentlichen Bibliotheken betreut werden, von Klein(st)kindern bis zu Senioren reicht und deutlich andere Themen und Lebenssituationen abdeckt, sind sicherlich auch andere Qualifikationen gefragt. Dabei könnte bei der Erstellung der Umfrage auf die bisherigen Grundlagen zurückgegriffen werden. Wichtig ist, bei der Auswertung eine Vergleichbarkeit herstellen zu können. Insofern macht es Sinn, sich auf den bereits erstellten Fragebogen zu beziehen.

Welche Qualifikationen wurden von den KollegInnen in der Umfrage als wichtig und notwendig bewertet?

Natürlich wurden als erstes die fachlichen Kenntnisse genannt, wie Quellenkompetenz, Wissenschaftskompetenz, technik – und Medien kompetenz u.a. Ebenfalls verständlich ist auch die Forderung nach besonderen sozialen Kompetenzen, die den Umgang mit großen Gruppen und die Lehrtätigkeit umfassen. Neu für den bibliothekarischen Berufsbereich sind z.B. die Bedürfnisse nach Grundlagen der Lerntheorie und Bibliotheksdidaktik, nach didaktischen und methodischen Kompetenzen sowie Kenntnissen im e-Learning-Bereich.

In dem Workshop auf dem Bibliothekartag wurde in einem WorldCafe über folgende 3 Fragen diskutiert:

1. Entspricht die [bisherige] Ausbildung den Anforderungen? Welche Inhalte sollen die (Hoch-)Schulen [für zukünftige BibliothekarInnen] vermitteln?
Also die Frage, was muss Berufsanfängern vermittelt werden, damit sie in der Praxis direkt mit ihren beruflichen Aufgabe starten können. Meiner Meinung nach müssen wir besonders an dieser Stelle darüber nachdenken, ob die Studienanfänge noch das richtige Berufsbild im Kopf haben, das sie veranlasst hat, dieses Studium bzw. diesen Beruf zu ergreifen. Die personalen Kompetenzen für den bibliothekspädagogischen Bereich erfordern jemanden, der gerne vor einer Gruppe steht und der gerne lehrt. Es erfordert Qualitäten eines Entertainers, eines Dompteurs und eines Animators. Gleichzeitig soll ein Teaching Librarian mutig, flexibel und neugierig sein.

2. Welche speziellen Anforderungen werden an FAMIs, Bachelor- und Masterabsolventen gestellt?
Die personalen und fachlichen Anforderungen an einen Teaching Librarian lassen sich in der täglichen Arbeit nicht nach den einzelnen Qualifikationsstufen aufteilen. Die Befugnisse und Zuständigkeiten aber sehr wohl. Hier spalten sich die einzelnen Beschäftigungsstufen nach den Eingruppierungen auf. Hauptsächlich durch diese sind die Grenzen zwischen Bacelor- und Master-BibliothekarInnen und den FAMIs festgelegt. Die berufliche Realität ist oft genug mit den Vorgaben des Tarifvertrages konfrontiert. In kleinen und mittleren öffentlichen Bibliotheken tritt dieses Problem sicherlich deutlicher zu Tage, als in Großstadtbibliotheken oder Hochschulbibliotheken. Je kleiner ein Team in der Bibliothek ist – und wir haben im öffentlichen Bereich reichlich One Person Librarys, die auch nicht immer mit BA-/MA-BibliothekarInnen besetzt sind – desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen der Qualifikationsstufe und der realen Tätigkeit.

3. Station

3. Welche aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der beruflichen Praxis sollten im Qualifikationsprofil aufgenommen werden?
Die für mich spannendste Station war die Diskussion über die zukünftig aufzunehmenden Inhalte. An dieser Station wurde der Bedarf an pädagogisch-didaktischen und methodischen Kompetenzen und Kenntnissen besonders deutlich. Die Bandbreite war groß: eLearning, Blendet Learning, Lern- und Entwicklungspsychologie, digitales Storytelling, Kenntnisse in der Videoproduktion, Social Media. Das bestätigt meine bisherigen Schwerpunkte, wenn ich wieder für die nächsten Studierenden (an der HAW) die Vorlesung zur Bibliothekspädagogik und den „Bildungsurlaub Bibliothekspädagogik 2018“ (für Alle 😉 )für die bereits berufstätigen KollegInnen zusammenstelle.

Insgesamt ist diese Umfrage mit ihren Ergebnissen eine sehr gute Grundlage für eine weitreichende Diskussion über unser zukünftiges Berufsbild und über die Anforderungen, die an uns gestellt werden. Da wir mitten in einem Umbruch sind – sowohl das Berufsbild des Bibliothekars, als auch des Images der Bibliotheken an sich – wünsche ich mir eine weitere angeregte Diskussion über Studieninhalte, aber auch über Fort- und Weiterbildungen für die KollegInnen, die schon länger im Beruf sind. In angrenzenden Ländern gibt es ihn schon länger, den „Lehrenden Bibliothekar“: Teacher-Librarian (USA, Großbritanniern), Skole-Bibliothekar (Dänemark), Lehrer-Mediothekar (Belgien)…

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