Aktuelle PISA-Studie bestätigt Erfolge der Leseförderung von Bibliotheken!

20161216_125439Während sich in der PISA-Studie 2015, die am 6.12.2016 veröffentlicht worden ist, in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern nichts Weltbewegendes getan hat, verbirgt sich in Kapitel 7 beim Thema „Lesekompetenz“ eine kleine Sensation.

Deutsche 15-Jährige lesen besser, als noch vor 17 Jahren.

Das zweite Mal in Folge haben sich die Lesekompetenzen der getesteten 15-jährigen Schüler und Schülerinnen deutlich verbessert. Deutschland liegt nun sogar deutlich mit 509 Punkten (die Statistiker sagen „signifikant“) über dem OECD-Durchschnitt von 493 Punkten (Kanada 527 Punkte, Finnland 526 Punkte, Irland 521 Punkte). Damit kann die positive Entwicklung von 2012 als stabil gewertet werden. 2009 sah das noch deutlich anders aus – da war Deutschland noch eher durchschnittlich. Zwar sind Mädchen aktuell mit 520 Punkten immer noch deutlich lesekompetenter als Jungen mit 499 Punkten, aber der Abstand hat sich im Vergleich zu 2012 mit 44 Punkten Abstand fast halbiert. „Lesekompetenz“ ist in dieser aktuellen PISA-Studie ein Nebenschauplatz und der Schwerpunkt liegt auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Gebieten. Bei der nächsten PISA-Studie 2018 wird „Lesekompetenz“ wieder der Hauptuntersuchungsgegenstand. Dann wird es sehr viel detailliertere Ergebnisse geben, die genaueren Aufschluss darüber bieten, wo und wie sich die Lesefähigkeit der 15-Jährigen verbessert hat.

Bibliotheken tragen zur Verbesserung der Lesekompetenz bei!

Seit dem PISA-Schock 2000 wurden viele Leseförderungsprojekte und –maßnahmen initiiert. Das hat Früchte getragen! Als Beispiele für gelungene Leseförderungsprojekte werden in der aktuellen PISA-Studie die Bibliotheken und die Kooperation zwischen Schulen und Bibliotheken explizit genannt und deutlich hervorgehoben. Hingewiesen wird bspw. auf die Projekte „Leseinitiative Thüringen“, „Leselust in Rheinland-Pfalz“ und „Bist du lesikalisch?“. Einen deutlichen Anteil haben sicher auch die verschiedenen LeseClubs in den Sommerferien, die inzwischen fast flächendeckend in ganz Deutschland verbreitet sind. Eine Übersicht über die derzeitigen Leseförderungsmaßnahmen bietet „Lesen in Deutschland“ www.lesen-in-deutschland.de .

Was versteht die PISA-Studie unter „Lesekompetenz“?

Jemand ist lesekompetent, wenn er/ sie …

  • geschriebene Texte verstehen kann,
  • geschriebene Texte nutzen kann bzw. relevante Informationen aus Texten entnehmen und weiterverarbeiten kann,
  • über geschriebene Texte reflektieren kann und
  • bereit ist, sich mit geschriebenen Texten auseinander zu setzen.

Lesekompetenz ist die unverzichtbare Grundlage für die aktive Teilhabe an unserer Gesellschaft. Lesen ist Motor für unsere gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung. Die Vermittlung von Wissen in allen Schulfächern basiert auf Lesekompetenz. Über geschriebene Texte werden Informationen, Ideen, Werte und Kultur vermittelt. Und dabei ist es egal, ob das Lesen digital oder analog auf Papier erfolgt. Die PISA-Studie wurde zum ersten Mal rein computerbasiert durchgeführt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Tatsache den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen etwas relativiert hat.

Bleibt für mich abschließend die Frage: Es ist schon besser geworden. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen! Es ist noch Luft nach oben, wie Kanada, Irland und Finnland zeigen. In welche Höhen könnte die Lesekompetenz in Deutschland wachsen, wenn Deutschland Bibliotheken als Pflichtaufgabe sehen würde und wenn jede Schule eine gute, funktionierende Schulbibliothek hätte?

Link zur Zusammenfassung und zur vollständigen Studie: http://www.pisa.tum.de/pisa-2015/

Über monkat

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