#BibreiseSeoul : Seoul, Südkorea – Eine wirkliche Horzionterweiterung

Sehen kann man Seoul von uns aus nicht – auch, wenn man sehr, sehr hoch wäre. Seoul ist hinter dem Horizont. Insofern ist Seoul auf jeden Fall eine wirkliche Horizonterweiterung für mich. Und als Blick in eine andere Kultur auf der fast anderen Seite der Erde für jede zu empfehlen.

Korea hat eine sehr bewegte Vergangenheit – ähnlich wie Deutschland ist es ein geteiltes Land. Wie sich das Leben im eher sozialistisch geprägten Norden anfühlte und wie es sich heute im modernen demokratischen Süden zeigt – ein spannender Kontrast.

Mut zur Freiheit von Yeonmi Park

Mut zur Freiheit von Yeonmi Park

Diesen Kontrast mit einem Blick hinter die Kulissen hat Yeonmi Park in ihrem autobiografischen Bericht „Mut zur Freiheit“ sehr gut beschrieben. Geboren und aufgewachsen in Nordkorea hat sie unter den dortigen Verhältnissen gelitten. Sie schildert die Anbetung der dortigen Herrscher ebenso eindringlich, wie sie an sich selbst als Beispiel erklärt, wie es dazu kam, dass das Volk in Nordkorea nicht einmal auf die Idee kommt, die eigene politische und wirtschaftliche Lage in Frage zu stellen.

Der drohende Hungertod veranlasste sie und ihre Familie schließlich, sich auf die gefährliche Flucht nach China zu begeben. Aber auch dort war zwar das Überleben möglich, aber der Preis, den sie zahlen musste unglaublich hoch. Sie fiel dort – wie viele Flüchtlinge aus Nordkorea – Menschenhändlern in die Hände. Schließlich blieb ihr nur die Flucht über die Mongolei nach Südkorea, wo sie nun in Freiheit leben kann.

Durch die intensive Bildung, die sie nun in Südkorea nutzen konnte, hat sie sich innerhalb weniger Jahre zu der Menschenrechtsaktivistin entwickelt, die sie heute ist. Allein diese Entwicklung nachzuvollziehen – sehr bewegend.

An Yeonmi Parks Beispiel kann man sehen, welch enorm hohen Stellenwert die Bildung in Südkorea hat. „Je mehr ich jedoch las, desto tiefer gingen meine Gedanken, desto weiter wurde mein Horizont, und meine Gefühle blieben nicht länger nur an der Oberfläche. […] Je mehr Worte einem zur Verfügung stehen, um die Welt zu beschreiben, desto komplexer werden auch die Gedankengänge.“ „Ich spürte förmlich, wie Leben in meine Hirnwindungen kam, als leuchteten neue Bahnen auf, wo es bisher düster und öde gewesen war. Beim Lesen lernte ich, was es bedeutet zu leben, Mensch zu sein.“ 

Bilder zum Aufenthalt in Seoul findet ihr unter www.facebook.com/zwischenseiten

Über monkat

ZwischenSeiten Diplom-Bibliothekarin Vorträge, Seminare, Schulungen
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