#Bibtag16 : BibliothekarInnen begegnen Lehrkräften auf Augenhöhe

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Die Kooperation von Bibliotheken und Schulen war in vielen Veranstaltungen Thema und Diskussionsstoff. Allen gemeinsam war die neue Blickrichtung der BibliothekarInnen auf die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften: Auf Augenhöhe soll sie stattfinden. Durch die Entwicklungen in der Bibliothekspädagogik der vergangenen Jahre scheint das pädagogische Selbstbewusstsein der BibliothekarInnen gestiegen zu sein. Beispielhaft möchte ich hier zwei der vielen spannenden Vorträge herausgreifen.

Im Vortrag „Teaching the Teacher“ war ganz direkt die Rede von Schulungen und Fortbildungen, die die BibliothekarInnen den Schulen anbieten können. Anke Märk-Bürmann von der Akademie für Leseförderung wies in ihrem Vortrag deutlich auf die Stärken der Bibliotheken bei den Themen Leseförderung und Lesemotivation hin. Da die Lehrkräfte eher auf den Schwerpunkt Lesekompetenz und Lesen Lernen fokussiert sind, haben Bibliotheken hier die Kenntnisse von Methoden und Konzepten, die den Lehrkräften fehlen. Diese Kenntnisse können BibliothekarInnen vermitteln und schulen. 

Viele Berufsgruppen aus dem pädagogischen Bereich können bei verschiedenen Themenbereichen davon profitieren:
-> Lehrkräfte: innovative Methoden
-> pädagogische MitarbeiterInnen: Spiel + Spaß mit Büchern
-> ErzieherInnen: Bilderbuchkino + Kamishibai
-> Ehrenamtliche: Schulungen für Vorlesepaten + Leselernhelfer
-> Eltern: Lesemotivation.
Die Akzeptanz der Bibliotheksfortbildungen für Lehrkräfte kann auf verschiedenen Wegen gefördert werden:
-> Aufnahme im Lehrerfortbildungsprogramm
-> Aufnahme in regionale Veranstaltungsreihen
-> Aufnahme in die Programme übergeordneter Institutionen
-> Angebote von Qualifizierungsmaßnahmen für pädagogische Mitarbeiterinnen an Grundschulen und Kitas.

Als grundlegenden Baustein für eine erfolgreiche Begegnung auf Augenhöhe sieht Anke Märk-Bürmann weiterhin die Professionalisierung der BibliothekarInnen. Literaturpädagogische Angebote (siehe Übersicht HIER) sind dafür ein wichtiger Bestandteil. Neu in Planung bei der Akademie für Leseförderung ist eine Fortbildung als „Referentin für Lehrkräfte“ für BibliothekarInnen. Die Inhalte werden sich sowohl mit den Methoden der Leseförderung, mit Grundlagen der Erwachsenenbildung, als auch mit den Grundlagen der Leseförderung beschäftigen.

Dass BibliothekarInnen bereits erfolgreich in die Fort- und Weiterbildung eingestiegen sind, zeigte der Evaluationsbericht des Zertifikatskurses Experten für das Lesen: 2011 – 2016: Eine Bilanz“ von Anja Hellenschmidt und Corinna Wulf vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur der TU Dortmund. In 5 Jahren konnten insgesamt 94 KollegInnen aus Bibliotheken an dieser intensiven Fortbildungsmaßnahme im Blended Learning-Format teilnehmen. Das Projekt wurde sehr eng begleitet und evaluiert. Über 80% der Teilnehmerinnen haben im Anschluss ausgesagt, sie hätten einen hohen Wissenszuwachs erhalten. Vor allem die theoretischen Grundlagen waren den BibliothekarInnen vorher noch nicht vertraut. Aber auch die eigene Medienkompetenz konnte durch die Teilnahme an diesem Professionalisierungsangebot erweitert werden.  Um diesen Effekt zu stärken, wurden in den späteren Projektphasen mehr mediale Tools in den Präsenzveranstaltungen vorgestellt und praktisch geübt. Dies wirkte sich direkt auf die soziale Interaktion und Gruppendynamik auch auf der virtuellen Lernplattform aus.  Die Fortbildung „Experten für das Lesen“ stellt sich insgesamt als sehr erfolgreich dar und die Nachfrage ist weiterhin groß. Auch wenn das Pensum hoch ist und die Abschlussarbeiten mit Präsentationen und anschließender Durchführung des selbst erstellten Projektes einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Aber durch das deutlich gestiegene Selbstvertrauen bei der Begegnung mit den Lehrkräften und den praktischen Impulsen für die Arbeit vor Ort zahlt sich das Engagement aus.

Über monkat

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Eine Antwort zu #Bibtag16 : BibliothekarInnen begegnen Lehrkräften auf Augenhöhe

  1. monkat schreibt:

    Ergänzung von Anja Hellenschmidt, TU Dortmund: „Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch die Weiterentwicklung des Angebots für die Lehreraus- und Fortbildung sein, die die Schärfung des Bewusstseins für Bildungskooperationen auch auf der Kooperationsseite verspricht. Ziel soll es sein, Synergien zu schaffen, indem ähnliches Hintergrundwissen mitgebracht und auch „die gleiche Sprache gesprochen“ wird.“ (Mail 22.3.2016)

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