Keller-Loibl, Kerstin; Brandt, Susanne: Leseförderung in öffentlichen Bibliotheken

Loibl.Brandt LeseförderungKeller-Loibl, Kerstin; Brandt, Susanne: Leseförderung in öffentlichen Bibliotheken. –
Berlin: deGruyter, 2015. – ISBN 978-3-11-033688-7 

Die Diskussionen in der Bibliothekspädagogik zeigen: Bibliotheken haben zunehmend mit einem Spagat zwischen Leseförderung (im Sinne einer spielerischen Vermittlung von Leselust) auf der einen und curricularer Einbindung in die Vermittlung von Recherche- und Informationskompetenz auf der anderen Seite zu tun. Die personelle Ausstattung ermöglicht oft nicht, in beiden Bereichen gleichermaßen aktiv zu sein. Bibliotheken haben im Alltag wenig Möglichkeiten und noch weniger Zeit, sich intensiv und fundiert der Entwicklung neuer Konzepte und Veranstaltungsformate zu widmen.

Dieser Praxisratgeber möchte den Bibliotheken genau hierbei Unterstützung bieten. Er möchte zum einen die theoretischen Grundlagen für Leseförderung vermitteln, aber auch ganz konkret Ideen und Anregungen für neue Konzepte und Veranstaltungen geben. Er möchte sowohl pädagogisch-didaktisches Grundwissen und Methodenkenntnis vermitteln, als auch praktische Hilfestellungen für Planung und Durchführung liefern. (Die Einführung hierzu ist knapp gehalten – ein eigenes Lehrwerk zur Bibliothekspädagogik und –didaktik fehlt im Grunde noch.)

Zielgruppe der bibliothekspädagogischen Angebote sind alle Nutzer von öffentlichen Bibliotheken – von der Lesefrühförderung, über Kindergarten und Schule bis hin zu berufstätigen Erwachsenen und Senioren. Alle Altersgruppen werden in einzelnen Kapiteln vorgestellt, die LeserInnen mit dem nötigen Hintergrundwissen über die jeweilige Zielgruppe und entsprechenden aktuellen pädagogischen Ansätzen versorgt. Abgerundet wird jedes Kapitel durch eine Fülle von Beispielen (mal mehr, mal weniger detailliert beschrieben), die zum Nachmachen und Umsetzen animieren. Viele Webtipps, Download- und Literaturhinweise bieten den LeserInnen die Möglichkeit, selbst einige Themen zu vertiefen.

Der Anspruch, für alle Altersgruppen Anregungen zu bieten ist groß. So können viele Bereiche, Ideen und Vorschläge nur kurz gestreift werden. Die Fülle macht deutlich, wie breit das Thema Leseförderung aufgestellt ist. Die Vermittlung von Recherche- und Informationskompetenz im Sinne der bibliothekspädagogischen Spiralcurricula wurde weitgehend außen vor gelassen und der Schwerpunkt dieser Zusammenstellung auf die Förderung von Leselust und Lesemotivation gelegt.

Im Ganzen gesehen ein sehr wichtiger Titel, der einmal übersichtlich zusammenfasst, in welchen Bereichen Bibliotheken sich mit ihren Angeboten bewegen. Auch wenn die Grenzen zu den Aufgaben von Pädagogen und (Biblio-)Therapeuten fließend sind, ist es für die bibliothekarische Praxis unerlässlich, sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen. Nur so können die Bibliotheken ihre Profile schärfen und gut begründet ihre Angebote auf die eine oder andere Zielgruppe fokussieren.

Einen ausführlichen Blick in das Inhaltsverzeichnis kann man unter http://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/212125 werfen.

 

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