Bibliothekskongress 2013 – Nachlese II: „Workshop Bibliothekspädagogik“ mit Karsten Schuldt, HTW Chur

Als Vorbereitung für das Forum Bibliothekspädagogik in Mannheim am 7. Juni 2013 (siehe dazu auch BuB Heft 3/2013) diente dieser Workshop. In einem WorldCafé wurden verschiedene Themen diskutiert, die dann als Input in die Vorbereitungen zum Forum Bibliothekspädagogik eingehen sollten.

Öffentliche Bibliotheken:
Die Abgrenzungen zwischen a) den Angeboten der Bibliotheken (Medien), b) den Schulungsangeboten und c) der Bibliothek als Lern-Raum wurden als Elemente im Bereich der Bibliothekspädagogik diskutiert. Was ist davon ein Bildungsangebot, was nicht?
Einig waren sich die Teilnehmerinnen darin, dass Methodenkenntnisse für die Positionierung der Bibliotheksangebote als Bildungsangebote absolut notwendig sind. Noch unklar war, woher diese Kenntnisse kommen sollen und wie diese Kenntnisse erlangt werden sollen. Das selbständige Studium von Fachliteratur und der fachliche Austausch werden hierfür nicht ausreichend sein!
Gefragt sind – neben der Aufnahme bibliothekspädagogischer Angebote im Studium – vor allem auch konkrete Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Bibliothekpädagogik, die auch die Kolleginnen erreichen, die bereits im Beruf stehen und daher zeitlich stark eingeschränkt sind!

Wissenschaftliche Bibliotheken:
Die Zielgruppen bibliothekspädagogischer Angebote der WB sind sehr weiträumig zu fassen und bieten neben den bekannten primären Zielgruppen auch neue Chancen (Firmen, Wissenschaftsjournalisten usw.).
Als Basis für die Angebote wurden auch hier Inhalte aus der Didaktik, Pädagogik und aus der Lernforschung angesehen. Diese müssen aber durch die Umsetzung in die Praxis und durch fachlichen Austausch im alltäglichen Berufsleben verankert werden. Ein kollegialer Austausch allein wird auch hier als unzureichend angesehen.

Weiterbildung:
Verschiedene Ansätze gab es bei der Frage, wer weitergebildet werden soll („alle MA“ bis hin zu „nur Multiplikatoren für einen einzelnen Betrieb“) und wer die Weiterbildung veranlassen soll („vom Chef angeordnet“ bis hin zu „freiwillig“).
Die Inhalte der Weiterbildung wurden aber einheitlich eingefordert: didaktische Konzepte für verschiedenen Zielgruppen, Methodentraining, Konfliktmanagement und eine gute Verknüpfung von Theorie und Praxis.

Schule und Schulamt:
Hier wurden die Teilnehmerinnen gebeten, sich in die Sicht der Schulämter hineinzuversetzen und zu überlegen, was diese von den Bibliotheken erwarten und fordern würden.
Einzelne Punkte wurden an verschiedenen Fragestellungen immer wieder diskutiert:
– Qualität der Angebote der Bibliotheken, pädagogische Qualität der Bibliotheksmitarbeiterinnen (Zertifikate), Qualität der Lehrinhalte
– Anbindung der Lernziele an die Lehrpläne der jeweiligen Länder und an die bundesweiten Bildungsstandards, Positionierung der Lehrinhalte in standardisierten Curricula für Informationskompetenz und Bibliothekpädagogik
– praktische Regelungen wie Dienstaufsicht, Anwesenheit der Lehrkraft, flexible Terminabsprachen (Rücksicht auf schulische Notwendigkeiten), nachhaltige Einbindung in den Schulalltag

Eine Mitschrift der Arbeitsgruppen aus dem WorldCafé findet sich unter: http://okfnpad.org/bibliothekspaedagogik

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Eine Antwort zu Bibliothekskongress 2013 – Nachlese II: „Workshop Bibliothekspädagogik“ mit Karsten Schuldt, HTW Chur

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