Jugendliche wollen in Medienkompetenz geschult werden: „JIM-Studie 2012: Jugend, Information, (Multi-)Media“

Das Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in seiner regelmäßig erscheinen JIM-Studie.

Zum Teil bestätigen die Ergebnisse auch 2012, was bereits in den Vorjahren deutlich wurde:

Neben der Vollausstattung mit modernen Medien wie Computer, Handy, Fernsehen und Internet, haben Smartphone und Tablet-PC’s deutlich an Zuwachs gewonnen.

Musik und Musikvideos spielen die wichtigste Rolle bei der Nutzung von Internet und internetfähigen Geräten. Bei den Jungen werden deutlich mehr Computer- und Online Spiele gespielt als bei den Mädchen.

Fernsehen ist ein wichtiger Begleiter im Alltag. In den letzten Jahren zugenommen hat der Konsum von Scripted Reality Formaten (nach Drehbuch frei gespielte Pseudo-Dokumentationen), bei denen die Jugendlichen aber große Schwierigkeiten haben, diese als Fiction einzuordnen. Die Grenzen zwischen gespielten und live gedrehten Szenen werden stark verwischt und machen eine korrekte Beurteilung des Gesehenen schwer.

Der mobile Zugang ins Internet spielt eine immer stärker werdende Rolle. Bereits die Hälfte der Zeit, die die Jugendlichen im Internet verbringen, nutzen sie für die Kommunikation über soziale Netzwerke, E-Mail oder Chat. Die ständige Verfügbarkeit des Internet über Smartphone und Tablets wird diesen Prozentsatz in Zukunft sicher noch weiter ansteigen lassen.

Die Schattenseite dieser intensiven Nutzung zeigt sich durch Mobbing, Gewaltdarstellungen und aggressiven Angriffen. 23 % der Internetnutzer können bestätigen, dass Jugendliche aus ihrem Bekanntenkreis Opfer solcher Attacken geworden sind.

Gerade für die Medien- und Informationskompetenzvermittlung bietet die JIM-Studie auch spannende neue Informationen:

EBooks spielen in der Mediennutzung der Jugendlichen noch eine sehr untergeordnete Rolle. Nur 2 % nutzen eBooks, um sich zu unterhalten oder zu informieren.

Ca. 50 % der 12-19 jährigen nutzt den Computer und das Internet regelmäßig, um zu Hause für die Schule zu arbeiten oder zu lernen. Dabei spielen Wikipedia oder andere Web 2.0-Angebote eine wichtige Rolle.

Die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz z.B. in der Schule (oder von der Bibliothek, Anm. KReF) wird von den Jugendlichen als sehr wichtig und hilfreich empfunden. 62 % haben in der Schule bereits über Datenschutz, Social Web usw. gesprochen. Mehr als 50 % haben dadurch nach eigenen Angaben ein besseres Verständnis und 42 % auch neues Wissen erfahren. 28 % haben sogar auf Grund dieser Vermittlung von Medienkompetenz ihr Verhalten geändert.

Fazit:

Die Jugendlichen haben das Bedürfnis, mit versierten Erwachsenen über die Chancen und vor allem die Risiken zu sprechen, die das Internet und die neuen Medien bieten. Hieraus lässt sich deutlich nicht nur der Auftrag, sondern auch der Wunsch der Jugendlichen nach mehr Medien- und Informationskompetenzschulung ableiten. Bibliotheken als Informationsexperten sollten diese Chance ergreifen und sich dabei stärker als Bildungspartner positionieren.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie können unter http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf12/JIM2012_Endversion.pdf heruntergeladen werden.

Über monkat

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