„Ganztag zwischen den Meeren 2013“ Kongress für Ganztagsschulen und ihre Kooperationspartner/-innen

2013-03-05 15.11.56„Vielfalt in Ganztagsschulen“ war das große Thema, unter dem sich alle an Ganztagsschulen Beteiligte am 5. März 2013 in Rendsburg im Hohen Arsenal trafen. Die Verbindung von schulischen und außerschulischen Partnern bezeichnete Tanja Klockmann (Serviceagentur Ganztägig Lernen SH) in ihrer Begrüßung als den wichtigsten Schlüssel für das Gelingen von Ganztagsschulen (GTS). Neue Impulse seien wichtig für die Weiterentwicklung und damit ein Garant für die Qualität von GTS.

Beim sich daran anschließenden Round Table diskutierten Claudia Schiffler (Ministerium für Bildung und Wissenschaft), Anette Langner (Ministerium für Soziales und Gesundheit) und Dr. Heike Kahl (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) über die erfolgreiche Schule der Zukunft.
Claudia Schiffler sieht die Schule der Zukunft vor allem an den Bedürfnissen der Schüler und Schülerinnen orientiert. Hürden in der Zusammenarbeit mit neuen, außerschulischen Partnern liegen vor allem in der Überwindung der althergebrachten Strukturen. Sie baut auf die Unterstützung der GTS durch Aufrechterhaltung der bisherigen personellen Ressourcen (Lehrerstellen und Schulsozialarbeit) ohne die funktionierende GTS nicht möglich sei.
Anette Langner sieht Bildung auch als soziale Bildung. Schule soll auch Kompetenzen über die reine Vermittlung von Wissen hinaus möglich machen. Um dieses Ziel zu erreichen hat sich Schule geöffnet und der Jugendhilfe als Partner angenähert. Die Jugendarbeit steht derzeit aber stark unter dem Druck von Sparmaßnahmen und muss weiter gestärkt und mit den notwendigen Ressourcen ausgestattet werden, um ihre Aufgabe wahrnehmen zu können.
Dr. Heike Kahl möchte in der Zukunft eine Schule, in die Schüler/innen gerne gehen – eine Schule die Bildung ebenso wie Freizeit, Lernen ebenso wie Freude bietet. Nur wenige Bundesländer haben Rahmenkooperationsverträge zwischen den Ministerien und der Jugendhilfe oder anderen außerschulischen Partnern abgeschlossen – Schleswig-Holstein sei hier schon als Vorreiter bei den Ideen für ganztägiges Lernen zu sehen. Gute Kooperation ist eben nicht an der Vielzahl der Kooperationspartner zu messen, sondern an der Qualität der Angebote für die Schüler/innen.

In seinem Vortrag „Verzerrte Bilder über die „Anderen“ – Stereotype und ihre 2013-03-05 15.02.51Auswirkungen auf die Bildungsbiografie von Schülerinnen und Schülern“ berichtete Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan (Uni Duisburg-Essen, Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung) aus seiner Arbeit über die Auswirkungen von (gefühlter oder reeller) Diskriminierung auf die Bildungserfolge von Schüler/innen. Geringes Selbstwertgefühl und geringerer Bildungserfolg führen zu weniger Identifikation mit Bildung. Um das eigene Selbst zu schützen weichen Schüler/innen mit Migrationshintergrund daher auf andere Fähigkeiten aus oder ziehen sich auf ihre nicht-deutsche Kultur zurück (Re-ethnisierung). Wichtigste Aufgabe für alle ist es daher, Stereotype zu erkennen und immer wieder zu hinterfragen. Nur durch stete Kooperation und Kommunikation können diese hartnäckigen Stereotypen abgebaut und durch positive Gegenbilder ersetzt werden. http://www.uslucan.de/

Präsentation von Prof. Dr. Böhm-Kasper mit freundlicher Genehmigung

Präsentation von Prof. Dr. Böhm-Kasper mit freundlicher Genehmigung

Im Forum „Gemeinsam planen entlastet“ stellt Prof. Dr. Böhm Kasper (Uni Bielefeld) die neuesten Ergebnisse aus seinen Studien zum Beanspruchungserleben bei Lehrer/innen in Bezug auf die Kooperation mit außerschulischen Partnern in der (offenen und gebundenen) GTS vor. Entgegen vielen Erwartungen konnten in den Befragungen und Interviews keine höhen Belastungsempfindungen festgestellt werden (http://www.ganztagsschulen.org/de/1163.php). In der Diskussion wurde dies auf die unterschiedlichen Phasen der Umsetzung von Konzepten für GTS zurückgeführt. Neuaufbau einer GTS mit außerschulischen Partnern erhöht die stressbedingten Beschwerden, eine bereits etablierte Kooperation in multiprofessionellen Teams schafft dann aber auch Entlastungen und positive Nebeneffekte. Kooperation kann besonders dann gut gelingen, wenn die Ziele klar definiert sind, der Mehrwert der Kooperation allen Beteiligten deutlich wird, die Arbeitsaufteilung festgelegt ist und jeder weiß, welche Rolle ihm zugedacht ist. Gegenseitige Anerkennung und eine hohe Bereitschaft zur Eigenreflexion sind ebenso wichtig, wir feste Absprachen und regelmäßiger Austausch.

Als Praxisbeispiel wurde die Grundschule Heidenberger Teich aus Kiel-Mettenhof vorgestellt. Hier wurden in der gelungenen Kooperation zwischen Lehrkräften, Sozialarbeiten, Pädagogen, Eltern usw. besonders deutlich, wie gewinnbringend für die Kinder zusammengearbeitet werden kann.

Über monkat

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